Autofolie entfernen: So geht die Folierung wieder ab

Der große Vorteil einer Folierung ist, dass sie sich rückgängig machen lässt. Am Ende eines Leasingvertrags, vor dem Verkauf oder wenn die Folie gealtert ist, kommt sie wieder herunter. Mit Wärme und Geduld gelingt das, ohne den Lack zu beschädigen.

Schriftzug auf der Tür eines BMW 140

Kurz gesagt

  • Folie wird mit Wärme weich gemacht und langsam in flachem Winkel abgezogen.
  • Je älter und spröder die Folie, desto mehr Arbeit macht das Entfernen.
  • Kleberreste werden mit einem Klebstoffentferner gelöst und nie abgekratzt.
  • Auf nachlackierten Flächen mit schlechter Haftung kann sich Lack mit ablösen.

Wann eine Folie herunter muss

  • Das Leasingauto geht zurück und muss im Originalzustand sein
  • Das Auto wird verkauft und soll neutral aussehen
  • Die Folie ist gealtert, verfärbt oder hat Risse
  • Ein Teil wurde beschädigt und muss neu foliert werden
  • Der Geschmack hat sich geändert

Folie sollte nicht länger am Auto bleiben, als der Hersteller der Folie angibt. Mit den Jahren härtet sie aus, und der Kleber verbindet sich immer fester mit dem Lack. Was nach wenigen Jahren in einem Stück abgeht, kommt nach sehr langer Zeit nur noch in kleinen Stücken herunter.

Das brauchst du

  • Einen Heißluftföhn oder einen kräftigen Haartrockner
  • Einen Kunststoffspachtel oder Kunststoffkeil zum Anheben der Kante
  • Klebstoffentferner für Autolack
  • Mehrere weiche Mikrofasertücher
  • Geduld und einen warmen Tag

Folie entfernen in fünf Schritten

  1. Fläche anwärmen: Die Folie gleichmäßig erwärmen, bis sie handwarm und weich ist. Der Föhn bleibt in Bewegung und hält Abstand.
  2. Kante anheben: An einer Ecke mit dem Fingernagel oder dem Kunststoffkeil beginnen. Kein Messer und kein Metallwerkzeug verwenden.
  3. Flach abziehen: Die Folie langsam in sehr flachem Winkel zurückziehen, fast parallel zum Lack.
  4. Weiter wärmen: Die Stelle direkt vor der Abzugskante immer wieder erwärmen.
  5. Kleberreste lösen: Was am Lack bleibt, mit Klebstoffentferner behandeln und abwischen.

Zieht man zu schnell oder zu steil, reißt die Folie und der Kleber bleibt großflächig stehen.

Die richtige Temperatur

Zu kalt ist die Folie spröde und reißt. Zu heiß wird der Kleber schmierig und bleibt auf dem Lack. Richtig ist eine Temperatur, bei der sich die Folie warm anfühlt und sich leicht dehnen lässt. An einem warmen Tag in der Sonne geht es deutlich leichter als im Winter in der kalten Garage.

Vorsicht bei Kunststoffteilen, Dichtungen und Scheinwerfern. Sie vertragen weniger Hitze als Blech.

Wo es schwierig wird

SituationRisiko
Sehr alte, ausgehärtete FolieBricht in kleine Stücke, viel Kleber bleibt zurück
Nachlackierte FlächenLack kann sich mit der Folie lösen
Steinschläge und LackabplatzerDie Ränder reißen beim Abziehen weiter aus
Günstige Folie unbekannter HerkunftKleber hinterlässt hartnäckige Rückstände

Bei nachlackierten Teilen hilft ein Test an einer verdeckten Ecke. Löst sich dort Lack, gehört die Arbeit in die Hände eines Fachbetriebs.

Den Lack danach pflegen

Unter der Folie war der Lack geschützt. Nach dem Entfernen ist er sauber, aber ohne jeden Schutz. So geht es weiter:

  1. Das Auto gründlich waschen
  2. Letzte Kleberreste und Ränder entfernen
  3. Den Lack bei Bedarf polieren, um Übergänge anzugleichen
  4. Den Lack versiegeln

An den Rändern der Folie zeichnet sich manchmal eine feine Linie ab. Dort hat sich über die Jahre Schmutz gesammelt, und der freie Lack daneben ist verwittert. Eine Politur gleicht das meist aus. Mehr dazu im Beitrag Kratzer im Lack polieren. Welche Versiegelung danach passt, zeigt der Beitrag Wachs, Speeddetailer oder Keramik.

Neu folieren oder lassen

Ist die alte Folie herunter und der Lack aufbereitet, steht die Entscheidung an: Originalzustand oder neue Folie. Wir folieren einzelne Fahrzeugteile in vielen Farben und Finishes. Was möglich ist, steht im Beitrag Teilfolierung am Auto und auf der Seite Fahrzeugfolierung.

Häufige Fragen

Kann ich Autofolie selbst entfernen?

Bei kleinen Teilen und jüngerer Folie ist das mit Wärme und Geduld möglich. Bei alter, spröder Folie und großen Flächen lohnt sich die Hilfe eines Fachbetriebs.

Beschädigt das Entfernen den Lack?

Auf intaktem Originallack in der Regel nicht. Kritisch sind nachlackierte Stellen, Steinschläge und sehr alte Folien, deren Kleber sich fest mit dem Lack verbunden hat.

Wie entferne ich Kleberreste vom Lack?

Mit einem Klebstoffentferner für Autolack und einem weichen Tuch. Das Mittel wirkt kurz ein, dann lassen sich die Reste abwischen. Kratzen und scharfe Lösungsmittel schaden dem Lack.

Wie sieht der Lack unter der Folie aus?

Meist besser als der Rest des Autos, weil er vor Sonne und leichten Kratzern geschützt war. Ein Farbunterschied zu nicht folierten Flächen ist deshalb möglich.

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