Reifendruck prüfen: Wie oft und mit welchem Wert

Der richtige Luftdruck kostet nichts und bringt viel: kurzen Bremsweg, gleichmäßigen Verschleiß und niedrigen Verbrauch. Trotzdem fahren viele Autos mit zu wenig Luft. So prüfst du den Druck in wenigen Minuten an der Tankstelle.

Vorderrad und Frontlippe an einem BMW 140

Kurz gesagt

  • Der richtige Wert steht im Tankdeckel, im Türrahmen oder in der Betriebsanleitung.
  • Gemessen wird an kalten Reifen, zum Beispiel nach wenigen Kilometern Fahrt zur Tankstelle.
  • Eine Kontrolle alle zwei bis vier Wochen und vor langen Fahrten ist sinnvoll.
  • Bei unserem Reifenwechsel ist die Anpassung des Luftdrucks immer dabei.

Wo der richtige Wert steht

Den einen richtigen Reifendruck gibt es nicht. Er hängt vom Auto, von der Reifengröße und von der Beladung ab. Der Hersteller gibt die Werte vor. Du findest sie an drei Stellen:

  • Auf dem Aufkleber in der Tankklappe
  • Im Rahmen der Fahrertür oder an der B-Säule
  • In der Betriebsanleitung

Die Tabelle nennt meist getrennte Werte für Vorder- und Hinterachse und zwei Zustände: normale Beladung und volle Beladung. Der Wert, der auf der Reifenflanke steht, ist der Höchstdruck des Reifens und nicht der Druck für dein Auto.

Reifendruck prüfen in fünf Schritten

  1. Kalt messen: Prüfe nach höchstens wenigen Kilometern Fahrt. Warme Reifen zeigen einen höheren Druck an.
  2. Ventilkappe abschrauben: Die Kappe sicher ablegen, sie schützt das Ventil vor Schmutz.
  3. Messgerät aufsetzen: Den Anschluss gerade und fest auf das Ventil drücken, bis kein Zischen mehr zu hören ist.
  4. Druck einstellen: Luft nachfüllen oder ablassen, bis der Sollwert erreicht ist.
  5. Kappe aufschrauben: Alle vier Räder prüfen und das Reserverad nicht vergessen.

Lass bei warmen Reifen nie Luft ab, weil die Anzeige zu hoch ist. Sind sie abgekühlt, fehlt der Druck dann.

Was falscher Druck bewirkt

ZustandFolgen
Zu niedriger DruckLängerer Bremsweg, schwammiges Fahrverhalten, höherer Verbrauch, Verschleiß an den Schultern, Gefahr der Überhitzung
Zu hoher DruckWeniger Haftung, härteres Abrollen, Verschleiß in der Mitte der Lauffläche
Ungleicher DruckDas Auto zieht zur Seite und bremst ungleichmäßig

Schon ein halbes Bar zu wenig verändert das Fahrverhalten spürbar. Am Abriebbild lässt sich falscher Druck später ablesen. Mehr dazu im Beitrag Profiltiefe messen.

Wann der Druck angepasst werden muss

  • Urlaub und volle Beladung: Der Hersteller nennt dafür einen höheren Wert.
  • Anhänger: Die Hinterachse braucht meist mehr Druck.
  • Jahreszeit: Bei Kälte sinkt der Druck. Im Herbst lohnt eine zusätzliche Kontrolle.
  • Radwechsel: Eingelagerte Räder haben selten den richtigen Druck.

Bei unserem Reifenwechsel ist die Anpassung des Luftdrucks immer dabei.

Das Reifendruckkontrollsystem

Neue Autos überwachen den Luftdruck selbst. Es gibt zwei Bauarten. Direkte Systeme haben einen Sensor in jedem Rad und zeigen den Druck an. Indirekte Systeme erkennen einen Druckverlust über die Raddrehzahlen. Beide warnen bei Verlust, ersetzen aber nicht die regelmäßige Kontrolle. Ein indirektes System bemerkt zum Beispiel nicht, wenn alle vier Reifen gleichmäßig Luft verlieren.

Leuchtet die Warnlampe, hältst du bei nächster Gelegenheit an und prüfst alle Räder. Nach dem Korrigieren wird das System neu gestartet.

Luftverlust erkennen

Jeder Reifen verliert über Wochen etwas Luft. Verliert ein Rad deutlich mehr als die anderen, steckt meist ein Nagel im Profil, das Ventil ist undicht oder die Felge hat einen Schaden. Ein Reifen, der mit sehr wenig Luft gefahren wurde, kann innen beschädigt sein, auch wenn er von außen gut aussieht. Lass ihn prüfen, bevor du weiterfährst.

Alle Leistungen rund ums Rad findest du auf der Seite Reifenservice.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich den Reifendruck prüfen?

Alle zwei bis vier Wochen und vor jeder längeren Fahrt, besonders mit voller Beladung.

Wo steht der richtige Reifendruck für mein Auto?

Auf einem Aufkleber im Tankdeckel oder im Rahmen der Fahrertür und in der Betriebsanleitung. Dort stehen Werte für vorne und hinten und für verschiedene Beladungen.

Was passiert bei zu niedrigem Reifendruck?

Der Bremsweg wird länger, das Auto reagiert träge, der Verbrauch steigt und der Reifen verschleißt an den Schultern. Bei starkem Unterdruck kann der Reifen überhitzen und Schaden nehmen.

Muss ich das Reifendruckkontrollsystem nach dem Befüllen einstellen?

Bei vielen Autos ja. Nach dem Korrigieren des Drucks oder einem Radwechsel wird das System über das Menü im Auto neu gestartet. Wie das geht, steht in der Betriebsanleitung.

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